Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie PITT

Die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie PITT ist begründet worden von Luise Reddemann in der Behandlung von komplexen Traumafolgestörungen. Dieser resilienzorientierte tiefenpsychologisch fundierte Ansatz fragt danach, was Menschen hilft, mit schweren Belastungen fertig zu werden. Leiden und überlebensnotwendige Bewältigungsmechanismen werden im Wissen darum gewürdigt, dass jeder Mensch seelische Widerstandskraft und darin enthaltene Ressourcen mitbringt und kreative Überlebensformen entwickelt hat. Leitend ist das Konzept der Selbstregulierung und Selbstheilung.

Behutsam werden gegenwarts- und zukunftsorientierte Räume äusserer und innerer Sicherheit erarbeitet, die einen Aufbau emotional stabiler Beziehungen ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Ego-State-orientierten Arbeit auf der „inneren Bühne" mit verletzten und verletzenden Anteilen der Persönlichkeit. PITT orientiert sich an dem 3-Phasen-Modell der Stabilisierung, Traumakonfrontation sowie Integration und Neuorientierung.

Traumatherapeutisches Konzept

Luise Reddemann beschreibt ihren aktuellen traumatherapeutischen Ansatz auf Ihrer Homepage «www.luise-reddemann.de: « Es ist erstaunlich, wie viel Menschen vermögen, wenn man es ihnen nur zutraut. So gehört zu meiner Arbeit die Vorstellung, dass sehr viele Patientinnen und Patienten trotz großer Beschädigungen viel mehr sind als diese Beschädigungen und über selbstregulative Kräfte verfügen. Allerdings liegt es in der Hand der Therapeutin, diese zu fördern oder mehr oder weniger zum Versiegen zu bringen. „Beidäugiges Sehen“ (Fürstenau, 2007), d.h. das Wahrnehmen der Stärken und der Probleme ist daher eine meiner wichtigsten Grundüberzeugungen. Das bedeutet Übernahme von Hilfs-Ichfunktionen eher im Sinne von Ermutigung, die eigenen selbstregulativen Kräfte vor allem zur Selbstberuhigung und zum Mitgefühl getragenen Umgang aufzuspüren und zu nutzen.

Über das Medium einer hilfreichen Beziehung wird vor allem die Selbstbeziehung und Selbstberuhigungsfähigkeit betont und mittels Imagination angeregt, diese neu zu gestalten und seelische Wunden damit einer Heilung zuzuführen. Mitgefühl der Therapeutin/des Therapeuten und der Patientin/des Patienten für sich selbst im Sinne einer imaginativen Nachbeelterung nimmt einen zentralen Platz in der therapeutischen Arbeit ein.

Dabei wird auf die Beachtung des Übertragungs-Gegenübertragungsgeschehens Wert gelegt. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden genutzt, die Patientin/den Patienten zu einem veränderten – imaginativen sowie handlungsorientierten – Umgang mit sich selbst anzuregen. Mitgefühl und Trost aber auch Anerkenntnis des geschehenen Unrechts werden im Umgang des erwachsenen Selbst mit „jüngeren“ – verletzten – Selbstanteilen stark betont und geübt.

Leitend ist das Konzept der „inneren Bühne“, die zu einem gemeinsamen imaginären Raum wird, auf dem die Patientin, ggf. angeregt und unterstützt durch die Therapeutin, „spielen“ kann. Dadurch wird sie wieder handlungsfähiger.

Imagination, genauer Vorstellungskraft, ist geeignet, Verstand und Gefühle miteinander zu verbinden sowie den Körper in die therapeutische Arbeit mit einzubeziehen.

Achtsames Wahrnehmen des Körpers und der Körperbedürfnisse wird daher fortwährend angeregt, die Auswirkungen von Vorstellungen auf den Körper und sein Befinden sind unmittelbar wahrnehmbar und helfen der Patientin/dem Patienten, sich bewusst und aktiv auf wirkungsvollere und heilsamere Vorstellungen einzulassen."

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